Pharmakologische Eigenschaften
Pharmakodynamik
UKRAIN® zeigte nicht nur zytostatische, sondern auch zytolytische Wirkung gegen alle 60 getesteten Humankrebszelllinien (Gehirn-, Gebärmutter-, Dickdarm- und Nierenkarzinome, kleinzellige und großzellige Lungenkarzinome, Melanome, Leukämie und Lymphome). UKRAIN® induziert eine Apoptose in den Pankreaskrebszelllinien Jurkat, THP-1, MIA PaCa2, BxPC3 und AsPC1 nach der Zellzyklushemmung in Prophase und Metaphase durch Stabilisierung des monomeren Tubulins, während die Tests an normalen peripheren Mononuklearen keinen Unterschied in der Apoptoserate und bei den Zellzyklusphasen ergab. Die Tests zeigten, dass UKRAIN® eine selektive Apoptose induziert und normale Zellen nicht schädigt.
Pharmakokinetik
Innerhalb von Minuten nach der i.v. Verabreichung findet eine Akkumulierung von UKRAIN® im Tumorgewebe statt, wo es langsam (über 2-3 Wochen) über die Nieren abgebaut wird. Experimentelle Studien über Tiere zeigen, dass Ukrain die Blut-Gehirn-Schranke durchdringt. Eine Pilotstudie mit gesunden Freiwilligen ergab folgende pharmakokinetische Parameter: Area under Curve (AUC) 27 mg·min/l, Halbwertszeit (t1/2) 27,55 Min, mittleres Distributionsvolumen (Vd) 27,93 l, Clearance (Cl) 817 ml/Min.
Anwendungen
Brust-, Blasen-, Kolorektal-, Pankreas-, Prostata-, Gebärmutter-, Zervix- und Endometriumkrebs; Plattenepithelkarzinome, kleinzellige und großzellige Bronchialkarzinome, maligne Tumore im Kopf-Hals-Bereich, Hodenkarzinome, Sarkome, maligne Melanome und Lymphome.
Verabreichungs- und Dosierungsmethoden
Verabreichungsmethoden
Das Medikament UKRAIN® sollte intravenös oder intramuskulär verabreicht werden.
Die UKRAIN®-Therapie kann unmittelbar vor und/oder nach einer Operation durchgeführt werden. Bei gleichzeitiger Strahlentherapie gilt dasselbe Dosierungsregime. UKRAIN® kann in Kombination sowie als adjuvante Therapie mit einer Chemotherapie eingesetzt werden.
Dosierung
Tests haben gezeigt, dass kleinere Dosierungen (5 mg) eine immunmodulierende Wirkung und größere Dosierungen (20 mg) eine malignozytolytische Wirkung haben. Da UKRAIN® sehr rasch nach der Injektion in Tumor- oder Metastasenbereichen akkumuliert und das Immunsystem unterschiedlicher Patienten auf unterschiedliche Weise beeinflusst, wird die Dosierung nicht nach Körpergewicht oder Oberfläche ausgewählt, sondern nach dem Immunstatus des Patienten. Eine Einzeldosis ist 5 bis 20 mg pro Injektion, abhängig von der Tumormasse, der Wachstumsgeschwindigkeit, dem Ausmaß der Krankheit und dem Immunstatus des Patienten.
Injektionen werden normalerweise zweimal wöchentlich 8 Wochen lang verabreicht, gefolgt von einer Therapiepause von 1 oder 2 Wochen. Individuelle Variationen dieses Plans können sich in bestimmten Fällen als zweckmäßig erweisen.
Zur Ermittlung der optimalen Dosis für den jeweiligen Fall kann mit 5 mg UKRAIN® begonnen werden. Wenn Reaktionen beobachtet werden (vgl. Nebenwirkungen), sollte diese Dosis fortgesetzt werden. Wenn die Reaktionen schwächer werden oder ausbleiben, wird die Dosis in Schritten von 5 mg pro Tag (bis zu maximal 20 mg zweimal wöchentlich) gesteigert und die Reaktionen beobachtet. Es gibt auch Hinweise darauf, dass alternierende Dosierungen von 20 mg und 5 mg zweimal wöchentlich erfolgreich angewendet werden können. Die Therapie sollte durchgeführt werden, bis eine vollständige Tumor-Remission stattgefunden hat und die Reaktionen und Nebenwirkungen verschwunden sind, mindestens aber 9 Behandlungsserien. Danach sollten weitere 6 Therapiereihen mit einer Pause von 2 bis 4 Monaten zwischen jeder Reihe durchgeführt werden.
Während der Therapie mit UKRAIN® ist die Möglichkeit einer chirurgischen Reduzierung der Tumormasse in Betracht zu ziehen. In solchen Fällen kann die Vorbehandlung mit UKRAIN® den operativen Eingriff erleichtern, indem die Bildung einer Bindegewebekapsel rund um den Tumor begünstigt wird.
Nebenwirkungen
UKRAIN®-Tests bei gesunden Freiwilligen zeigten keine Nebenwirkungen. Nebenwirkungen bei Krebspatienten während der Therapie können durch die Wirkung der Tumorabbauprodukte erklärt werden. Sie verschwinden nach einer vollständigen Remission des Tumors.
Nach der ersten Injektion können einige der nachstehenden Nebenwirkungen auftreten: Lokal: Rötungen, Schwellungen und Schmerzen am Ort einer intramuskulären Injektion. Systemisch: Schwindel, Depression, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, allgemeine Erschöpfung, Ruhelosigkeit, Apathie und insbesondere am Beginn der Therapie erhöhtes Flüssigkeitsverlangen, gesteigerter Harndrang, Anspannung, Kribbeln, stechende Schmerzen, Jucken, Wärmegefühle, brennende und/oder ziehende Schmerzen im Tumorbereich, Schwitzen und Frösteln.
In einigen Fällen kommt es anfangs zu einer leichten Übelkeit. Eine temporäre Schwellung und/oder Härtung von Tumoren kann ebenfalls stattfinden. Diese Nebenwirkungen variieren von Person zu Person und zeigen, dass der Patient auf die Therapie reagiert. Sie verflüchtigen sich mit der Rückbildung der Tumormasse. Diese Nebenwirkungen können mit der Freisetzung von Gewebetoxinen beim Zerfallen des Tumors erklärt werden. Die Therapie ist fortzusetzen, bis diese Nebenwirkungen vollkommen verschwunden sind, auch wenn kein Nachweis eines Tumors mehr vorliegt.
Gegenindikationen
Schwangerschaft. Fieberzustand. Expansive Prozesse im Zentralnervensystem müssen wegen möglicher reversibler Tumorschwellungen sehr vorsichtig und nur in der Klinik behandelt werden.
Erhöhte medizinische Sorgfalt ist bei der Behandlung von Kindern angezeigt.
UKRAIN® darf nicht in Verbindung mit Kortisonderivaten oder anderen immunsuppressiven Medikamenten angewendet werden, da diese den immunmodulierenden Effekt von UKRAIN® neutralisieren.
Überdosierung
Klinische Fälle einer Überdosierung von UKRAIN® sind bislang nicht bekannt. Klinische Phase I Studien ergaben, dass Einzeldosierungen von 50 mg sowie Gesamtdosierungen von 3500 mg UKRAIN® (in drei Jahren verabreicht) keine Anzeichen einer Unverträglichkeit oder Toxizität mit sich brachten.
Spezielle Warnhinweise für eine sichere Anwendung
Richtlinien für die Verabreichung
Langsam injizieren! Pro Minute dürfen nicht mehr als 5 ml injiziert werden.
Besonders im Fall großer Tumore können indirekte Anzeichen einer Intoxikation infolge von Zerfallsprodukten des Tumors auftreten. Dies kann zu besonders starken Nebenwirkungen, wie Jucken oder Hautausschlägen fuhren. Patienten mit Nierenschwäche müssen gut beobachtet werden. In solchen Fällen müssen die Pausen zwischen den Injektionen verlängert werden.
Abgesehen von dem Risiko einer Schwellung und/oder eines höheren Drucks in Fällen von Tumoren im Zentralnervensystem während der Applikation von UKRAIN® sowie einer möglichen Herabsetzung des Bewusstseinszustands sind keine Warnungen erforderlich.
Während und nach der Therapie empfiehlt sich besonders ein ruhiger Lebensstil ohne Alkohol und Nikotin. Eine gesunde Ernährung und die mögliche Substitution von Vitaminen und Spurenelementen können den Heilungsverlauf unterstützen. Stress sollte vermieden werden, da sich der Adrenalinausstoß negativ auf UKRAIN® auswirkt. Wenn irgendwie möglich, sollte der Patient zumindest während der ersten Therapieserie der Arbeit fern bleiben. Alle körperlichen Aktivitäten am Arbeitsplatz oder beim Sport sind während der Behandlung zu meiden.
Die Aufmerksamkeit und Reaktionszeiten (Fähigkeit zur Bedienung von Maschinen oder zum Lenken von Fahrzeugen) können beeinträchtigt sein. Vorsicht ist bei allen Aktivitäten angebracht, die Konzentration erfordern. Die Patienten sind auf diese Tatsache hinzuweisen.
Obwohl keine Anzeichen von Wachstumsschäden oder anderen Störungen bei Kindern und jungen Menschen vorliegen, müssen in diesen Fällen die Indikationsbedingungen besonders sorgfältig beachtet werden.
Die Vorbehandlung mit UKRAIN® kann eine Operation in vielen Fällen durch Demarkation und/oder Reduktion der Tumormasse erleichtern. Die Behandlung ist nach dem chirurgischen Eingriff fortzusetzen.
Onkologische Patienten in den Endphasen der Krankheit mit ausgeprägter Kachexie haben wenig Aussicht auf einen Behandlungserfolg.
Schwangerschaft und Stillen
Während der Schwangerschaft sollte UKRAIN® nicht verabreicht werden. Während und nach der UKRAIN®-Therapie müssen männliche ebenso wie weibliche Patienten auf eine zuverlässige Verhütung achten. Es ist nicht bekannt, ob UKRAIN® in die Muttermilch übergeht; aus diesem Grund sollte während der Therapie nicht gestillt werden.
Wechselwirkungen
Medikamente, die Schwefel enthalten, wie etwa Antidiabetika (Sulfonylharnstoff-Derivate), können eine Hypoglykämie verursachen und zu einer Ohnmacht fuhren. Präparate, die Digitalis enthalten, können ernsthafte EKG-Veränderungen auslösen, und Sulfonamide können ihre Wirkung einbüßen.
In Tierversuchen wurde eine Reduzierung der pharmakologischen Wirkung von Morphinderivaten festgestellt. Die Anwendung dieser Gruppe muss sorgfältig geprüft werden. Wechselwirkungen mit Sedativa, Antiepileptika und anderen Medikamenten können nicht ausgeschlossen werden.
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